Niagara

Warum nicht einmal mit dem Fahrrad zu den Niagarafällen fahren? Als Ausgangspunkt bietet sich Niagara-on-the-Lake an. Das liegt an der Mündung des Niagara River in den Lake Ontario. Von dort sind es etwa 25 km bis zu den Fällen.

Start und Ziel ist Fort George in Niagara-on-the-Lake. Mehr zu Fort George gibt es am Ende dieser Seite. Hier fängt der Waterfront Trail an, und dem folgt man erst einmal Richtung Westen zum Ontariosee.

Der Trail führt eigentlich entlang der Lake Shore Road. Auf der herrscht allerdings recht viel Autoverkehr, und deshalb ist mein Vorschlag, stattdessen der East and West Line zu folgen. Die trifft irgendwann auf die Lake Shore Road, ist ruhiger und daher angenehmer mit dem Fahrrad zu befahren.

Der Lake Shore Road folgt man weiter bis nach St. Catharines. Dort kommt gleich am Ortseingang eine Brücke. Die überquert man und fährt dann links auf den Trail entlang des Welland Canal.

Die natürliche Verbindung zwischen dem Erie- und dem Ontariosee ist der Niagara River, in dem sich auf halber Strecke die berühmten Fälle befinden. Das macht es für Schiffe unmöglich, von einem in den anderen See zu fahren. Um dennoch einen Verkehrsweg zu schaffen, wurde Anfang der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts der Welland Canal gebaut. Mittels acht Schleusen wird auf einer Strecke von 43 km ein Höhenunterschied von 100 m überwunden.

Der jetzige Kanal ist bereits der vierte Anlauf, eine schiffbare Verbindung zwischen den Seen zu bauen. Hier ist ist eine schöne Seite über die Geschichte der Kanäle.

Auf dieser Internetseite sieht man, welches Schiff sich gerade wo auf Ontario- oder Eriesee oder dazwischen befindet.

Irgendwann trifft man auf eine Hebebrücke (Nummer 11) für die Regionalstraße Nummer 20. In die biegt man links ein und fährt erst durch den Ort Allanburg und dann weiter Richtung Niagara Falls.

Die Allanburg Bridge hat dadurch Berühmtheit erlangt, dass im August 2001 ein Schiff mit ihr kollidiert ist.

Dem Highway 20 folgt man für etwa 10 km bis zu den Niagarafällen. Leider eine sehr befahrene und daher für Fahrradfahrer etwas gefährliche Strecke.

Kurz vor Niagara Falls fährt man über eine Brücke über den Hydro Canal, der das kanadische Niagara Kraftwerk mit Wasser versorgt. Der Kanal ist schnurgerade und hat eine beachtliche Fließgeschwindigkeit.

Je näher man den Fällen kommt, desto mehr Motels tauchen links und rechts der Straße auf, und kurz vor den Fällen fährt man noch durch einen Vergnügungspark. Wilde Natur gibt es rund um die Niagarafälle wirklich nicht mehr, es erinnert alles mehr an Disneyland. Daher schnell durch und hin zu den Fällen.

 

Direkt bei den Fällen wird es wegen der vielen Besucher etwas eng und je nach Windrichtung auch manchmal nass.

Wenn man sich an den Fällen satt gesehen hat, geht es zurück Richtung Niagara-on-the-Lake. Erst einmal der Straße entlang, die hier leider wieder sehr stark befahren ist. Aber nach einer kurzen Steigung kommt rechts der Niagara Recreational Trail, ein gut ausgebauter Radweg.

Man kommt an mehreren Stellen vorbei, wo es sich lohnt, kurz anzuhalten. Das sind unter anderem auch die Kraftwerke (eines auf kanadischer und das andere auf US amerikanischer Seite), die auch heute nach einen Großteil des Stromes für die Region liefern. Sie sind der Grund, warum nur ca. 10 – 30 % (je nach Jahreszeit) des Niagara River über die Fälle fließen.


Halten sollte man auch beim Whirlpool. So genannt, weil hier der Niagara einen Knick macht, und dabei starke Wirbel erzeugt. Beide Enden der Seilbahn sind auf der kanadischen Seite.

Kurz vor Niagara-on-the-Lake kommt eine moderate Steigung zum Brock’s Monument (ein Schauplatz des Krieges von 1812), von wo aus man einen guten Ausblick auf das Niagara Tal hat.

Der Trail endet am Fort George, dem Ausgangspunkt der Tour, wo wir hoffentlich unser Auto wieder finden. Insgesamt 70 km und 200 Höhenmeter. Zur Entspannung kann man eine Tour durch das Fort machen oder sich Niagara-on-the-Lake anschauen. Das ist ein pittoresker kleiner Ort, der den Besuch lohnt. Man hat einen guten Ausblick über den Fluß auf Old Fort Niagara auf der US amerikanischen Seite. Im kanadisch-amerikanischen Krieg von 1812 war es der Schauplatz einiger Gefechte.