Rund um den Huronsee

Der zweitgrößte der großen Seen hat einiges an Superlativen zu bieten:

  • Manitoulin Island ist die weltweit größte Binneninsel (Insel in einem See).
  • Lake Manitou auf Manitoulin Island ist wiederum der weltweit größte See auf einer Insel in einem See.
  • Wasaga Beach ist der weltweit größte Süßwassersandstrand.
  • Die 30.000 Inseln der Geogian Bay bilden das weltweit größte Süßwasserarchipel.
  • Mackinac Island ist eine der größten autofreien Zonen in Nordamerika.
  • Die Mackinac Bridge ist die drittlängste Brücke in den USA nach der Golden Gate Bridge und der Verrazano-Narrows-Brücke.
  • Das Salzbergwerk in Goderich ist eines der größten weltweit.

Wahrscheinlich gibt es noch mehr einzigartiges, aber davon mal abgesehen, ist da auch eine ganze Menge zu entdecken und zu sehen, und eine Reise zum Huronsee lohnt sich auf jeden Fall. Die Dreiecke auf der Karte markieren die Stellen, wozu es auf dieser Seite Bilder und Informationen gibt.

Die Rundreise auf dieser Seite beginnt am südlichsten Ende des Huronsees und führt von dort aus im Uhrzeigersinn um den See drum herum.

Sarnia und Port Huron
Wo der Huronsee seinen Abfluss hat, liegen Sarnia und Port Huron. Ersteres auf der kanadischen und zweiteres auf der amerikanischen Seite. Die Strömung vom Huronsee in den St. Clair River ist sichtlich stark, und die großen Schiffen fahren entsprechend langsam dagegen an.


Darüber spannt sich die Blue Water Bridge, auf der ein großer Teil des Straßenverkehres zwischen Kanada und den USA stattfindet. Unter dem St. Clair River gibt es dann noch einen Eisenbahntunnel, der aber nur für den Güterverkehr genutzt wird.


Pinery Provinvcial Park
Am südwestlichen Ufer des Huronsees liegt der große Pinery Provincial Park mit Sandstränden, Dünen und einem der „Top 10 Best in the World“ Sonnenuntergänge. Allerdings war ich bisher nur im Winter dort, weil sich der Park mit 38 Kilometern Trails auch gut zum Skilanglauf eignet.


Goderich
Das mit den Sonnenuntergängen gilt natürlich auch für die anderen Orte in diesem Bereich des Huronsees. Dazu gehört Goderich, die mit fast 8.000 Einwohnern größte Metropole an Ontarios Huronsee Küste. Im Blog gibt es einen Betrag dazu. Goderich rühmt sich selbst als „the prettiest town in Canada“. Die Stadt ist geprägt von weiten Straßen und insbesondere dem Courthouse Square. Die Salzgewinnungsanlage soll eine der größten weltweit sein. Außer Schiffen und LKWs sieht aber nix davon, weil das Salz unterirdisch mit Wasser aus den Lagerstätten unter dem Huronsee herausgespült wird.

In Goderich beginnt auch der Guelph to Goderich Rail Trail, aber dazu mehr auf der Rail Trails in Ontario Seite.

Sauble Beach
Die Zutaten für den schönen Sonnenuntergang am Huronsee sind die weite Sicht über den See mit kaum Wellen, und die klare Luft mit nur wenig Dunst und Smog. So sieht der Sonnenuntergang am Sauble Beach aus.


Bruce Peninsula



Die Bruce-Halbinsel ist ein Teil des Niagara Escarpments und trennt die Georgian Bay vom eigentlichen Huronsee. Die Halbinsel und auch der See bilden eine einzigartige Landschaft, und daher gibt es dort nicht nur acht Provincial Parks sondern auch noch zwei Nationalparks.


Die Wanderungen auf der Bruce-Halbinsel wie hier durch den Lion’s Head Provincial Natural Reserve sind schon etwas besonderes. Man läuft erst durch einen dunklen Wald und ganz plötzlich eröffnet sich der Blick durch die Bäume auf die Weite der Georgian Bay. Wirklich einmalig bei entsprechendem Wetter und blauem Himmel.

Fantastischer Blick vom Escarpment auf die Sydney Bay


Ebenfalls etwas besonderes ist die Klarheit des Wassers. Man kann den Grund selbst in größeren Tiefen noch sehen, und daher ist die Bruce Peninsula auch bei Tauchern sehr beliebt. Allerdings ist das Wasser recht kalt.


Rund um den Huronsee gibt es natürlich jede Menge alte Leuchttürme wie diese hier am Cabot Head und in Tobermory.



In Tobermory ganz an der westlichen Spitze der Bruce-Halbinsel legt die Fähre Richtung Manitoulin Island ab. Das ist ein ziemlich großes Schiff, in dem die Autos auf zwei Ebenen transportiert werden. Die Überfahrt dauert zwei Stunden, und dabei es kann durchaus etwas schaukelig werden.


Owen Sound
Owen Sound ist die größte Stadt an der Georgian Bay und eignet sich als Ausgangspunkt für Touren auf die Bruce Peninsula. Die Stadt war einmal sehr bedeutend, als große Schiffe noch nicht die oberen Seen erreichen konnten, und alle Waren aus dem Norden in Owen Sound von den Schiffen auf die Eisenbahn verladen wurden. Das ist lange vorbei, und heute ist Owen Sound ein eher beschauliches Städtchen.


Vom Centennial Tower hat man einen schönen Ausblick über das Tal im den die Stadt liegt.



Ganz in der Nähe von Owen Sound gibt es gleich drei größere Wasserfälle: Inglis Falls, Jones Falls und Indian Falls.


Wasaga und Collingwood
In Wassga gibt es einen der Superlative des Huronsees und zwar den größten Süßwasserstrand der Welt. Von Toronto aus ist man in knapp zwei Stunden da, und so ist Wasaga Beach im Sommer so etwas wie Ontario’s Mallorca. Aber auch im Winter kommen viele Tages- und Wochenendausflügler, denn die Blue Mountains bei Collingwood sind Ontario’s größtes Wintersportgebiet. Von Coillingwood bis Brantford verläuft über 35 Kilometer der Georgian Trail und lädt zum Radeln ein. Mehr dazu auf der Rail Trails in Ontario Seite.


Awenda Provincial Park


Der Awenda Provincial Park ist ein kleiner aber feiner Park auf einer Halbinsel ganz im Westen der Georgian Bay. Im Sommer kann man hier campen, auf den mehr als 30 Kilometer langen Trails wandern oder den Tag einfach nur am Strand verbringen.


Interessant sind die großen Felsen, die wie ausgestreut auf dem Strand herumliegen.

Im Winter sind einige der Trails für Skilanglauf präpariert und andere können mit Schneeschuhen bewandert werden.


Penetanguishene und Midland


Penetanguishene ist der nächste größere Ort beim Awenda Park. Es gab dort Anfang des 19. Jahrhunderts einen Militärhafen. Die Gebäude und zwei Schiffe wurden restauriert und können als Discovery Harbour besichtigt werden.

Bei Midland befindet sich Sainte-Marie Among The Hurons. Hier versuchten Jesuiten von 1639 bis 1649 vergeblich, amerikanische Ureinwohner zum christlichen Glauben zu bekehren. Im 20. Jahrhundert wurde das Fort auf den original Fundamenten wieder aufgebaut. Die ehemalige Mission ist heute ein Freilichtmuseum über das Leben der Missionare und auch das der Wendat (Huronen). Direkt gegenüber befindet sich die riesige Kirche Martyrs‘ Shrine über den Gräbern der Missionare.

Von Midland bis Waubaushene kann man hervorragend auf dem Tay Shore Trail radeln. Mehr dazu auf der Rail Trails in Ontario Seite.


Killarney Provincial Park
Der Killarney Provincial Park gilt als einer der schönsten in Ontario. Seine Existenz ist einer Gruppe von Malern zu verdanken, die sich in den 1950er Jahren bei der damaligen Regierung für die Gründung stark gemacht haben. Richtig schön wird er im Herbst, und insbesondere der „The Crack“ Trail bietet hervorragende Ausblicke über die Seen und Berge in bunten Farben. Kanu Enthusiasten können auf den See im Park und zwischen den vorgelagerten Inseln in Huronsee paddeln. Sogenannte Portage Trails verbinden die Seen, und man kann darüber Ausrüstung und Kanu von einem See zum Nächsten schleppen.


Manitoulin Island
Wie eingangs erwähnt, ist Manitoulin die weltweit größte Insel in einem Binnengewässer. Im 19. Jahrhundert flüchteten viele Indianer aus Michigan auf die Insel, daher besteht die Bevölkerung zu einem großen Teil aus Mitgliedern der First Nations. Der Ostteil der Insel gehört sogar offiziell den Wikwemikong und nicht dem kanadischem Staat. Die Insel lockt im Sommer viele Besucher an, und man kann zu Fuß oder mit dem Boot die Insel erkunden, oder einfach nur die Ruhe genießen.

Der Cup and Saucer Trail führt auf das Escarpment und den höchsten Punkt auf Manitoulin Island. Es gibt mehrere Aussichtspunkte mit tollen Blicken auf die Insel und den See drumherum. Eigentlich ist das Wandern auf dem Trail nicht übermäßig anstrengend, aber wer will, kann sich aber auf dem Adventure Side Trail bei Klettern versuchen.

Eine der Attraktionen auf Manitoulin Island sind die Bridal Veil Falls. Wahrscheinlich ein weiterer Superlativ, denn wo sonst gibt es schon 11 Meter hohe Wasserfalle auf einer Insel in einem See? Von den Fällen kann man entlang des Kagawong River bis zur Mündung in den Huronsee wandern.

Ganz am westlichen Ende der Insel ist der Mississagi Leuchtturm. Man kann dort Campen, Wandern und über die riesigen Felsen klettern. Der Leuchtturm wurde 1873 errichtet und half den Schifffahrern, die Route zwischen den Inseln zu finden. Dieser Weg war damals sicherer als die Fahrt über den offenen See, der durchaus stürmisch und gefährlich sein kann, wie die vielen Schiffswracks in der Gegend bezeugen.

Auf den 15 km langen Wanderwegen des Misery Bay Provincial Parks kann man den sogenannten Alvar erleben. Ein Alvar ist ein ziemlich einzigartiges Biotop was erst einmal so aussieht, als ob jemand das Gelände vor langer Zeit mit einer glatten Betonschicht versehen hat. Tatsächlich ist es aber natürlichen Ursprungs und dadurch entstanden, dass der Fels während der Eiszeit vom Eis glatt gehobelt worden ist.


Sault Ste. Marie
Sault Ste. Marie liegt am westlichsten Ende des Oberen Sees, wo er mit dem Huronsee verbunden ist. Es gibt zwei Städte mit gleichem Namen, einmal in Kanada und einmal in den USA. Dazwischen befindet sich die Wasserstraße, die die beiden Seen miteinander verbindet, die Schleusen (Soo Locks) sind eine der Attraktionen in Sault Ste. Marie. Eine andere ist die Eisenbahnfahrt durch den Agawa-Canyon mit der Algoma Central Railway.


Mackinac Island
Das ist mal wieder ein besonderer Ort in Nord Amerika. Mackinac Island ist zwar nur eine ziemlich kleine Insel im Huronsee, aber sie ist eine Touristenattraktion. Es gibt zahlreiche Hotels und vor allem sind jegliche Autos sind verboten. Der ganze Verkehr wird nur mit Pferdekutschen und Fahrrädern abgewickelt.

Ein für Nordamerika sehr ungewohntes Stadtbild. Keine Autos sondern nur Kutschen und Radler.


Das berühmteste Gebäude auf der Insel ist das Grand Hotel, welches als eines der Top 100 Hotels in the World gilt. Es wird von der US Regierung für wichtige internationale Verhandlungen genutzt und hat dementsprechend bereits viele Staatschefs beherbergt.



Jetzt ist es aber nicht so, dass Pferde überhaupt keine Emissionen abgeben. Wahrscheinlich produzieren sie sogar noch mehr Dreck pro Kilometer als benzinbetriebene Fahrzeuge. Und der Dreck muss weg. Dazu gibt diese (natürlich pferdebetriebene) Straßenreinigungsmaschine.

Die Insel ist in verschiedene Bereiche aufgeteilt. Da gibt es den südlichen Bereich mit den mondänen Hotels, den Piers für die Fähren, und der Einkaufsstraße. Dahinter, im inneren der Insel, ist die Logistik untergebracht mit einem riesigem Pferdestall, einem Flughafen, und den eher einfachen Wohnhäusern der Menschen, die hier arbeiten. Dann gibt es noch etwas Natur, die mit dem Fahrrad erkundet werden kann. Allerdings kommt kaum jemand mit dem Fahrrad auf den höchsten Gipfel mit dem Fort Holmes.

Mackinaw City

Mackinaw City hat nur sehr wenige Einwohner und ist ein reiner Touristenort. Vor hier aus fahren die Fähren nach Mackinac Island, und es gibt viele Hotels für die Tagesbesucher. Sehenswert sind die große Brücke, ein Fort aus dem 18. Jahrhundert und der stillgelegte Eisbrecher USCGC Mackinaw, der besichtigt werden kann.

Die acht Kilometer lange Mackinac Bridge verbindet Michigan’s Lower mit der Upper Peninsula.